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Franz Liszt (1811 - 1886)

Grandes Etudes de Paganini
Sechs Consolationen
Ungarische Rhapsodie Nr. 2

Aufnahme: Bayerischer Rundfunk, München - Tonmeister: Jens Schünemann
ram 50402 - Erscheinungsdatum: 8.5.2004



Piano News, Ausgabe 6/2004

Erfüllung im Rausch als Tempo und Klang war für den 19-jährigen Franz Liszt das Ultimum seines Ehrgeizes, indem er versuchte, die Spieltechniken des Klaviers in vorher nicht gekanntem Maße zu erweitern. Die "Grand Etudes de Paganini" orientieren sich an der Virtuosität des legendären Geigers. Und die junge Pianistin Alice Sara Ott (16 Jahre) hat mit erstaunlicher Souveränität diesen Rausch nachempfunden, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Mit unerwarteter Perfektion gestaltet sie die dramatischen Gesten und trocken perlenden Läufe, enorme Kraft entwickelt sie bei den vibrierenden Trillern und harten Staccato-Figuren in "La Campanella". Die Leidenschaft ungestümer Arpeggios und brausender Klangfontänen werden bei ihrer Interpretation zu festen Klanggebilden. Nach diesen exaltierten Gesten pianistischer Kunst wendet sie sich den betrachtenden "Consolations" (Tröstungen) zu, deren etwas verbitterte Trauer sie unsentimental empfindet, als ob ihr der gekränkte Franz Liszt in dieser Musik nahe sei. Brillant zügelt Alice Sara Ott das gestaute Temperament in der "Ungarischen Rhapsodie Nr. 2", lässt den Zimbel-Tremoli Zeit für den Impuls zum wirbelnden Tanz. Bei Alice Sara Ott wird die Musik von Franz Liszt zum Klangabenteuer der Virtuosität.

Hans-Dieter Grünefeld

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Audio-Beispiele (Auszug):

Grandes Etudes de Paganini, "La Campanella" Sechs Consolationen, Consolation Nr. 3 Ungarische Rhapsodie Nr. 2






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