Basler Zeitung, Mai 2008
Last Minute - Alice Sara Ott sprang bei den Solistenabenden für Murray Perahia ein

[...] Die 20-jährige deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott rettete den Abend.

Hinter einem Programm mit Beethovens Waldstein-Sonate und Liszts "Etudes d'exécution transcendante" würde man eher einen Tastenlöwen vermuten. Stattdessen betritt eine kaum 20-jährige, mädchenhaft-zierlich aussehende Pianistin das Musiksaal-Podium. Alice Sara Ott beginnt die Beethovensonate mit schöner Verhaltenheit, verrät schon hier viel Anschlagkultur und eine staunenswerte Breite im dynamischen Spektrum [...]
=SOUVERÄN= Mit den "transzendentalen", an Schwierigkeiten alles übersteigenden Liszt-Etüden reisst sie dann das Publikum von den Stühlen - Standing Ovations gehören bei den Basler Solistenabenden zu den Ausnahmen. Die zyklische Aufführung ist schon im Aufnahmestudio ein Wagnis, nur wenige der grossen Pianisten sind es je eingegangen. Live besitzt sie geradezu Seltenheitswert. […]
Alice Sara Ott will weg vom basslastigen Tastendonner, ihre Linke bewegt sich ungeheuer leicht und wendig, mit der Rechten schafft sie mit ausziselierter Artikulation und atmendem Rubato den Raum für blühende Oberstimmen. Dieses Klangideal nimmt den "Feux follets" vielleicht ihre Kühnheit und Modernität, macht umgekehrt aber "Eroica" zu einem hellsichtigen Charakterstück über die Beethoven'-sche Heroik. Frappierend auch, wie sie den Einsatz ihrer Kräfte zu steuern weiss, vom Wirbel der "Wilden Jagd" fast nahtlos zur leisen Innigkeit der anschliessenden "Ricordanza" findet, auch dies wieder ein Charakterbild, diesmal zum Chopin-Stil. Die Schlussstücke, "Harmonies du soir" und "Chasse neige", werden zu Höhepunkten des Abends, was sie wohl in kompositorischer Hinsicht auch sind, was aber nach 70 Minuten Schwerstarbeit keine Selbstverständlichkeit bedeutet… (Markus Erni, 14.5.2008)




Reutlinger Generalanzeiger, März 2008
Mademoiselle Liszt - Die junge Pianistin Alice Sara Ott bezaubert beim Kammermusik-Zyklus in der Listhalle mit dahinströmender Poesie und atemberaubender Virtuosität[...]

Die junge Dame ist eine exzellente Technikerin, die Tasten-Martern aller Arten spielerisch leicht und mit einer omnipotenten Sicherheit durchsteht. Das hat sie mit ihrer fulminanten Wiedergabe der Etudes d'exécution transcendante von Liszt bewiesen. Sie musiziert das volle Dutzend dieser irrwitzig schweren Stücke, die den Flügel zerlegen und die Finger fast zum Bluten bringen, so entfesselt virtuos, so kraftgeladen und hochgemut, so reich an Klang und Farben und Anschlagswerten, so präzis in der Überfülle der Noten und so zwingend in der poetischen Charakterisierung, dass man ungläubig den Kopf schütteln oder vor Begeisterung schreien möchte.
Diese Pianistin kann alles - und es ist immer Musik, was ihre Hände an noch so extremer Artistik vollbringen. Sei es nun der wilde, mit Feuer und Stolz geschürte Oktaven-Orkan der Mazeppa-Etüde, das tänzerisch vibrierende Geflimmer in "Feux follets", die hymnische Wucht der "Vision", das heldische Pathos in "Eroica", die mitreißenden Wechsel zwischen Aggressivität und Kantabilität in der "Chasse sauvage", Träumerei und Leidenschaft in "Ricordanza" mit den ganz leichten gläsernen Arabesken oder die tiefenscharfe Klangmächtigkeit der beiden letzten Etüden - hier erlebte man aufregende große Pianistik in einem permanenten Ausnahmezustand. Und Alice Sara Ott steht auf und lächelt als wäre nichts gewesen. (Hansdieter Werner)



Reutlinger Nachrichten, März 2008
Wie aus dem Impuls des Augenblicks geboren - Klavierabend mit der jungen Tastenzauberin Alice Sara Ott

Mit vier Jahren hat Alice Sara Ott angefangen Klavier zu spielen, mit sieben erhielt sie erste Auszeichnungen, ab 13 folgten internationale Preise und Verpflichtungen. Jetzt ist sie 19, hat ihre erste spektakuläre CD mit Werken von Franz Liszt veröffentlicht, und auch mit ihrem Konzertprogramm scheint sie die Nachfolge der Tastenzauberer früherer Zeiten antreten zu wollen.
Auch Ludwig van Beethoven näherte sie sich von der virtuosen Seite: Seine Sonate Nr. 21, die "Waldstein-Sonate", gewann unter ihren Händen quasi-improvisatorische Qualität. Die große dynamische Spannweite reizte sie mit differenziertem Anschlag agil und leidenschaftlich aus, Farben und Stimmungen wurden effektvoll in Szene, und Blöcke kontrastierend gegeneinander gesetzt, zart schmelzend das zweite Thema des Kopfsatzes gegen die Dynamik der unablässig vorantreibenden Bewegung. Wie aus dem Impuls des Augenblicks geboren schien der zweite Satz, als schweifendes Präludieren und Phantasieren vor dem Finalrondo. Dieses atmete genauso wenig strenge "Klassik", sondern leidenschaftlich ausschweifende Romantik: In einem atemberaubenden Wechselbad der Farben, Stimmungen und Emotionen glaubte man sich eher in einer sinfonischen Dichtung für Klavier nach Art von Franz Liszt, der ihr offenbar besonders liegt.
Ungeheures, ja Übermenschliches wird jedem Pianisten abverlangt, der Liszts Höhenflügen folgen will; nicht umsonst verweist der Titelzusatz der Études "d"exécution transcendante" nicht nur auf die Schwierigkeit der Ausführung, sondern auch auf Transzendenz: den Schritt in andere Sphären.Unglaubliches leistete auch die junge Virtuosin: Scheinbar mühelos schlugen und wirbelten ihre Hände über eine Stunde lang in faszinierend eleganter Bewegung aus der Tastatur ein farbenprächtiges und fesselndes Feuerwerk der Klavierkunst, stets wie aus dem Moment geboren.
Ihre technische Sicherheit und Präzision grenzt ans Wunderbare, ob in rauschenden Arpeggien-Exzessen, impressionistischem Klangzauber, flirrenden Irrlichtern oder orchestraler Klangpracht. Spielerisch sucht sie die Grenzen des Instruments, ohne je die Klangschönheit aus den Augen zu verlieren, und setzt Kontraste: Der wahrhaft wilden Jagd folgt mit "Ricordanza" ein Fest der Farben und Stimmungen, dem rasenden Presto ein Bad in Wohlklang, und rauschende Fülle löst sich in ungeahnt schlichte, zauberische Schlussakkorde. [...] (Susanne Eckstein)



Nordwest-Zeitung, Januar 2008
Orchester der Landesbühne Sachsen gastiert in Wilhelmshaven - Warme Tongebung

Das 5. Stadthallen-Sinfoniekonzert in dieser Saison - der bzw. die 5. Pianist(in): Alice Sara Ott. Die 18-jährige Münchnerin japanisch-deutscher Herkunft glänzte am Donnerstag mit dem 2. Klavierkonzert f-Moll op. 21 [ ... ]
Erstaunlich war, mit welcher Reife die grazile Dame den Notentext gedanklich zu füllen vermag, wie weit sie den Bogen im Larghetto spannt und mit welcher Sicherheit und Mühelosigkeit sie die Läufe aufblitzen lässt, deren Endpunkte funkelten wie kleine Sterne in der Nacht. [...]
Absolut brillant dann der Abschluss. Im Finale tanzte sie wie eine Ballerina graziös und leichtfüßig über die Tasten und setzte mit dem als Zugabe gespielten Walzer Nr. 14 e-Moll op. posthum von Chopin noch einen drauf. Verständlich, dass ihr das Publikum beim letztjährigen Schleswig-Holstein-Festival zu Füßen lag, denn bei der 18-Jährigen passt eben alles Zusammen. Spiel, Aussehen und Auftreten bilden sozusagen ein Gesamtkunstwerk. Schade, dass Claude Monet nicht zur Stelle war. [...]



Schleswig-Holstein Festival, Juli 2007
Förderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe für Klaviervirtuosin Alice Sara Ott

Es schien, als ziehe die Musik durch jede Faser ihres Körpers, als spiegle sich die Intensität jedes Tones in ihrer Mimik: Die 18-jährige Alice Sara Ott beherrscht nicht nur die Stücke, die sie spielt - sie durchlebt sie. Dank ihres eindrucksvollen Talents war es für Kenner der Musikszene darum auch nicht überraschend, dass die junge deutsch-japanische Pianistin im Rahmen der "Musikfeste auf dem Land" des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) den Förderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe Schleswig-Holstein im Jahr 2007 gewann.
Drei junge Klaviervirtuosen hatten um die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Reithalle auf der barocken Gutsanlage von Wotersen (Kreis Herzogtum Lauenburg) gespielt. Alice Sara Ott war von Beginn des Konzertes an die klare Favoritin. Sie setzte sich gegen Haiou Zhang (23) aus China und Anastasia Zorina (18) aus Jekaterinenburg (Russland) deutlich durch. Kein Wunder, dass auch das Publikum Alice Sara Ott den Star des Tages werteten und ihr den Publikumspreis in Höhe von weiteren 500 Euro zusprachen.
Es war ein wunderbares Farbenspiel, das die junge Pianistin den rund 1.000 Zuschauern bot. Mal düster, mal verträumt, mal brillant glitzernd präsentierte sie - technisch über jeden Zweifel erhaben - Beethovens "Apassionata". Um gleich darauf sensibel und fingerfertig Franz Liszts "Campanella" hinterherzuschieben und erste Bravo-Rufe zu ernten. Kritiker sprechen der Künstlerin, die am Mozarteum Salzburg studiert, große Musik jenseits "effektheischender Raserei mancher Wunderkindfeger" zu. Mit 15 Jahren gewann Alice Sara Ott einen internationalen Klavierwettbewerb. Konzertsäle in aller Welt sind längst zu ihrer zweiten Heimat geworden. (Schleswig Holstein Musikfestival)



"Pianstin der Sonderklasse", Ruhrfestival, Mai 2007

KLAVIERFESTIVAL RUHR. Alice Sara Ott, die für Elena Bashkirova eingesprungen war, flogen die Herzen der Besucher im Sturm zu. Sie ist gerade einmal 18 Jahre alt, zierlich gebaut, spielt Beethovens "Appassionata" und den gesamten Zyklus der zwölf "Études dexécution transcendante" von Franz Liszt an einem Abend, schiebt Liszts "Campanella" gleich hinterher und wirkt noch munter wie frisch geduscht. Das klingt auf den ersten Blick nach jugendlichem Leicht-, wenn nicht sogar Wahnsinn. Nun ist die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott trotz ihres zarten Alters kein Geheimtipp mehr. Dass sie Liszts Zyklus, den der Komponist selbst nie öffentlich spielte, technisch wie musikalisch, mental wie physisch gewachsen ist, hat sie schon auf internationalem Parkett bewiesen. Und so flogen ihr auch die Herzen der Besucher des "Klavier Festivals Ruhr" in der vollbesetzten Gebläsehalle des Landschaftsparks Nord im Sturm zu.
=Grenzen pianistischer Möglichkeiten= Die "Études" berühren die Grenzen pianistischer Möglichkeiten und leiten Liszts logische Hinwendung zur Orchestermusik ein. Das romantische Charakterstück entwickelt sich hier zur Symphonischen Dichtung für zwei Hände. Der Anspruch, angesichts der kräftezehrenden manuellen Anforderungen den poetischen Gehalt der Werke zum Ausdruck bringen zu müssen, hält die Zahl der Interpreten, die sich an eine zyklische Aufführung wagen, bis heute in engen Grenzen. Und da erstaunt, wie kraftvoll und filigran die in ihrem Lieblingsrot gekleidete Pianistin hinter der virtuosen Oberfläche den Stimmungsgehalt der Musik freizulegen vermag. Das zeugt von einem Ausnahmetalent. Bis zum letzten Ton verliert ihre Anschlagskultur kaum etwas von ihrem Nuancenreichtum. Dass Alice Sara Ott im Grunde für ihre prominente Kollegin Elena Bashkirova eingesprungen ist, hat man schon vor der Pause vergessen, als sie sich mit Beethovens "Appassionata" auseinandersetzte, einem weiteren Schwergewicht der Literatur. Schwerfällig klang aber auch hier kein Ton. Die junge Dame setzte auf starke dynamische und klangliche Kontraste, entfaltete die Spannung aus einer kaum hörbar zarten Einleitung heraus, der sie den Hauptteil umso akzentuierter folgen ließ. Bei allem bewahrte sie Übersicht, klangliche Ausgewogenheit und Augenmaß. Auch im duftig angeschlagenen Andante und dem federleicht hingetupften Schluss-Satz. Ovationen für eine Pianistin der Sonderklasse, von der wir hoffentlich auch in unserer Region noch viel hören werden. PEDRO OBIERA Neue Ruhr Zeitung, 31.5.2007



"Reines Glück", Süddeutsche Zeitung, Jan. 2007

Schon der Beginn ist einfach bezaubernd. Lange sitzt Alice Sara Ott in sich gekehrt vor der Klaviatur, hochkonzentriert, das Publikum im Herkulessaal zur absoluten Ruhe zwingend. Eine bis aufs Äußerste gespannte Ruhe ist das, aus der heraus Ott die geheimnisvoll grummelnden Repetitionen aus Beethovens "Waldstein-Sonate" intoniert.
Es ist ein wunderbares Farbenspiel, das die junge Pianistin in den gut gefüllten Saal malt, düster, verträumt in großen Klangflächen schwelgend, brillant glitzernd und dabei detailliert abschattiert, technisch über jeden Zweifel erhaben. Das hat nichts von der effektheischende Raserei mancher Wunderkind-Feger, das ist wirklich großes Musizieren einer mit 18 Jahren ausgereiften Pianistin. Diese Ruhe, um die fast stagnierende und doch so innige Adagio-Introduzione mit derartiger Präsenz und Intensität zu zelebrieren, muss man erst einmal aufbringen. Denn was darauf unmittelbar folgt, ist ein wahres Monster von einem Rondo, wüst voranstürmend, unerbittlich hämmernd und doch angefüllt mit herrlich zuckersüßer Melodik und schier endlos wogendem Klanggewölk.
Wer denkt, das sei kaum steigerungsfähig, irrt. Liszts zwölf "Etudes D'exécution transcendante" sind ein kaum zu bewältigender Akt musikalisch-männlicher Potenz. Sich dieses gesamten Zyklus' anzunehmen scheint schon in sportlicher Hinsicht purer Wahnsinn. Doch Ott gelingt weit mehr als die Entfaltung eines technischen Wunderwerkes: Mit wildem Draufgängertum ist hier nichts gewonnen [...] Nur so kann Ott ihre ganz eigene Poesie dieser wunderbaren Musik offenbaren. Eine erdenschwere, ja fast erdrückende Poesie. Und doch beglückend zugleich. (Andreas Pernpeintner)



Passauer Neue Presse, Okt. 2006

Die Fanfarenklänge zu Beginn des ersten Satzes in Peter Tschaikowskys 1. Klavierkonzert in b-Moll kündigen einen Triumph an: Alice Sara Ott setzt die berühmten ersten drei Akkorde mit einer inneren Spannung und straffen Überzeugungskraft, dass kurzerhand Hunderte weit offene Augen sie fixieren und nicht mehr losgeben. Ott spielt mit Erregungszuständen, mit ihrer zentralen Rolle in den virtuosen Tempoläufen, sie übernimmt willig und musikalisch feinfühlig die Begleitung der Orchestersoli. Und sie bezaubert mit ihrer Bandbreite an Anschlagstechnik und Klangfarbenvariation. Der Flügel singt, säuselt, glüht und poltert - was die 18-Jährige auch will, er macht es. Ott ist nicht nur technisch auf einer erstaunlich hohen Reifestufe, sie kostet die Musik aus mit Leidenschaft und Herz. Bravo und wieder Bravo sammelt sie für diese Vorstellung.



Donaukurier Ingolstadt, Okt. 2006

Alle Blicke und überhaupt das gesamte Interesse des Publikums konzentrierten sich auf die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott. Die 18-Jährige am Flügel bezauberte das Publikum. Alice Sara Ott kann furios Klavier spielen. Technische Schwierigkeiten, schnelle Oktavläufe, gewaltige Sprünge, heftige Fortissimo-Schläge, all das scheint sie eher noch zu beflügeln. Die zierliche junge Frau ist ein Wunder an Vitalität und berserkerhafter Kraft. Beim Schostakowitsch-Konzert beeindruckte die maschinenhafte Motorik: Verblüffend, ja, fast einmalig ist die perkussive , stakkatohafte Prägnanz ihrer Lauftechnik.



Basler Zeitung, Sept. 2006

Ravels G-Dur Konzert unter Leitung von David Zinman scheint bei Alice Sara Ott eigens für ihr lebhaftes Naturell geschaffen. Schlagfertig führt sie im Kopfsatz die flinken Pingpong-Dialoge mit dem Tonhalleorchester Zürich, mit Esprit entwickelt sie das klassizistisch unterkühlte (und extrem langsam genommene!) Adagio, mit Verve stürzt sie sich in die Finalwirbel. Hingerissen zeigt sich das Publikum vollends von der Zugabe, der makellos in die Tasten gezauberten Lisztschen "Campanella"-Etüde, diesem Bravourstück aus dem Geiste Paganinis.



Festspielsoiree Haus Wahnfried, Bayreuth, Aug. 2006

Sie vollbringt das Wunder, die höchste Virtuosität, die sich nach Liszt von "virtus", also von der "Tugend" ableitet, mit persönlicher Musikalität zu verbinden [...] - in den "Études d'exécution transcendante" erspielt sich Alice Sara Ott die weite Welt von Franz Liszts Symphonischen Dichtungen. Zwischen den rollenden Baßorgien und dem filigranen Sopranglück findet die sicht- und hörbar mitfühlende Spielerin den tieferen Gehalt dieser 12 Wunderwerke [...] Bei Frau Ott wird klar, was Liszts Musik im Tiefsten bedeutet: sie überhöht und stellt jene Seelenzustände dar, die für den fühlenden Menschen Liszt das Höchste an Darstellungskunst bedeuteten...So wird jede Note zur Faser eines Seelenkostüms, das die Frau am Flügel mit bewundernswürdiger Souveränität und konsequenter Vehemenz vor uns herstellt [...] wir staunen nur noch - vielleicht so, wie einst das Publikum den jungen Liszt bestaunte (Nordbayrischer Kurier, Frank Piontek)



Süddeutsche Zeitung, April 2006

Ihre Debütplatte mit Liszt war eine fulminante Visitenkarte. Jetzt, nach zwei Jahren, spielte die in München geborene Alice Sara Ott fast das gesamte Programm dieser CD im Herkulessaal - und nicht nur dies. Denn bei aller zirzensischen Virtuosität, die sie hier erneut entfalten konnte - und noch ins Extrem trieb, überzeugte die erst 17jährige Deutsch-Japanerin mit Beethovens Appassionata-Sonate. Schon der Beginn tönte magisch und geheimnisvoll wie durch einen Schleier. In dreifachem Piano hauchte Sara Ott die ab- und aufsteigenden Töne der Dreiklangsbrechung in f-moll und ges-moll, bevor sie mit Vehemenz einen so plötzlichen Sturm entfachte, dass der Hörer erschrocken zusammenzuckte. Diese Attacke zeigte, welche Kraftreserven die junge Pianistin hat, aber auch, welches Prinzip sie die ganze Sonate hindurch verfolgte: das einer extremen Kontrast-Dramaturgie. So entstanden ein Maximum an Spannung, raffinierte klangliche Schattierungen und ein vorwärts drängender Impetus; alles freilich einer wohl überlegten Architektur untergeordnet. Ganz in einen weichen Fluss gebettet war auch das Andante con moto, bevor mit dem Finale erneut alle Tore weit geöffnet wurden [...] Welch wunderbare Intimität verzaubert dagegen in den ersten der drei Lisztschen Consolations - oder dem abschließenden Encore einer Schumann Romanze. Gar nicht davon zu reden, mit welcher großartigen Schlichtheit Alice Sara Ott ganz zu Beginn das Thema der Mozartschen Duport-Variationen spielte und dann immer mehr Leben und Gestaltungsreichtum in den Variationen entfaltete. (Klaus Kalchschmid)



Ruhr Nachrichten, Dortmund, 2005
"Ausbruch des Klavier-Vulkans - Tasten-Festival mit der erst 17-jährigen Alice Sara Ott"

Viele gute junge Pianisten hat das Publikum beim Festival "The Next Generation II" im Dortmunder Harenberg-Haus gehört. Aber keinen wie Alice Sara Ott. Der letzte Klavierabend der Konzertreihe mit der 17-jährigen Münchnerin wird lange in Erinnerung bleiben: Alice Sara Ott ist eines der größten Talente ihrer Generation, ein Wunder an Reife, Ausdruck, pianistischer Perfektion und Kraft. Ein Vulkan ist die Schülerin vom Klavierlehrerpapst Karl-Heinz Kämmerling am Mozarteum Salzburg. Ein Vulkan, der plötzlich machtvoll ausbricht und virtuosen Klangzauber entfacht, dann wieder Feuer und Leidenschaft unter kantablen Oberflächen schwelen lässt. Woher die 17-Jährige Kraft und Kondition nahm für ihr Programm mit Charakterbildern von Schumann, Beethovens "Appasionata", Liszts "Tröstungen", den sechs Paganini-Etüden und der 2. Ungarischen Rhapsodie als Zugabe weiß der Himmel. Die zierliche Pianistin entfacht Tastenstürme mit einer Selbstverständlichkeit, dass man meinen könnte, hier säße eine 20 Jahre ältere Pianistin am Klavier. Und auch in ihrer Ausdruckskraft, der Darstellung tiefer Gefühle in den Schumann Werken und den choralartigen "Consolations" von Liszt ist die Künstlerin den Pianisten ihrer Generation weit überlegen [...] Die Beethoven-Sonate hört man selten so spontan musiziert und von feinnerviger Leidenschaft durchzogen wie in der Interpretation der Münchnerin. Standing Ovations für einen der bemerkenswertesten Abende des Festivals. ( Julia Gaß )



Mainichi Shinbun, Japan, 2005
(Tschaikowsky Klavierkonzert Nr.1 mit dem Sapporo Symphony Orchestra, Gastdirigentin Anu Tali)
"Begeisterung für faszinierende Souveränität beim Zusammenspiel mit dem Orchester"

[...] großzügiger Aufbau, reich an verschiedenen Klangfarben, fantastisches Spiel. Ein souveräner Auftritt ohne Selbstgefälligkeit, dem Orchester zuhörend - ein wunderbarer Tschaikowsky [...] Und so habe sicherlich nicht nur ich den Wunsch, Alice Sara Ott bei ihrem nächsten Besuch in Japan wieder mit dem Sapporo Symphony Orchestra erleben zu wollen (Yoshio Taketsu)



Kissinger Sommer 2005, Bad Kissingen

Alice Sara Ott geht die "Appassionata" offensiv an und sie weiß vom ersten Ton an, wo sie hinwill. [...] Man muss sich immer wieder klar machen, dass die Pianistin, die vorne spielt, noch keine 17 Jahre alt ist. Sie ist kein Wunderkind. Es ist die Abgeklärtheit, mit der sie spielt. Da klingt nicht wie fleißig angelernt [..], sondern da spielt ein eigener Kopf.
Alice Sara Ott pflegt einen weichen, farbigen Ton in allen Schattierungen und Lautstärken, wobei ihre lauten Töne zwar viel Kraft verraten, aber keine Aggressivität, die sich letztendlich gegen den Zuhörer wendet. [...] Mit dieser Souveränität gibt es natürlich auch kein Zagen vor den Paganini-Etüden, diesen technischen Höchststrafen. Im Gegenteil: Alice Sara Ott spielt sie mit sichtlicher Gelassenheit, scheint sie sogar gerne zu spielen und lenkt die Aufmerksamkeit von den Schwierigkeiten auf die auch hier vorhandene Musik. Bei "La Campanella" kann sie sich sogar ein Lächeln erlauben, weil das Diskantklingeln wirklich kantibel geraten ist. Und bei der 5. Etüde "La chasse" beginnt die Musik, ein bisschen abzuheben. So schön kann Liszt sein.



Audi Sommerkonzerte 2005, Ingolstadt

Die erst 16-jährige Pianistin Alice Sara Ott begeisterte bei diesem Grieg Konzert mit der Staatsphilharmonie Halle durch ihr elanvolles Spiel, das die nötigen Kraftreserven hatte, um die wuchtigen Passagen und Kadenzen zu bewältigen, aber auch genug Anschlagssensibilität, um die lyrischen Episoden adäquat zum Klingen zu bringen. Donnernder Applaus dankte Alice Sara Ott, die sich ihrerseits mit der teuflisch schweren "La Campanella"-Etüde von Franz Liszt revanchierte, um dafür gleich noch mehr Beifall zu erhalten


Internationales Klavierfestival junger Meister, Lindau, 2003

Schier unbegreiflich ist die künstlerische Sicherheit, Souveränität und Homogenität der Interpretation des 1. Liszt Konzertes Es-Dur durch die 14-jährige Alice Sara Ott zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie, Konstanz. [...]


Die Welt, Hamburg, 1999

Beim Steinway-Wettbewerb in der Musikhalle siegte am spektakulärsten die elfjährige Alice Sara Ott aus München mit einem Stück für ausgewachsene Virtuosen: Akrobatisch treffsicher sprang ihre kleine rechte Hand auf der Klaviatur hin und her; sie bekam auch den erstmals vergebenen Publikumspreis